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Newsletter Juni 2003

     

  1. <xmlcity:berlin> GetTogether ein großer Erfolg
  2. XML-Initiative startet mit 11 Arbeitsgruppen
  3. Ist IT unwichtig?
  4. BPEL setzt sich durch
  5. Studie über E-Business-Standards in Deutschland


1. GetTogether ein großer Erfolg

Unter dem Motto "XML-Technologie über den Dächern Berlins" hatte der Verein <xmlcity:berlin> e.V. zum geselligen Get-Together eingeladen. Der gesellige Rahmen bot über 100 Leistungsträgern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien den richtigen Rahmen sich in ungezwungener Athmosphäre über Trends und Technologien rund um das Thema XML auszutauschen.

"Die starke Resonanz zeige, wie wichtig das Thema XML für die wirtschaftliche Entwicklung der IT in der Region sei" betonte <xmlcity:berlin>-Vorstand Rainer Thiem in seiner Eröffnungsrede zur Veranstaltung. Herr Joachim Krebser (BMBF) und Herr Dr. Both (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen) lobten noch einmal die Aktivitäten des Vereins und des Wachstumskerns. "Hiermit sei eine hervorragende Ausgangssituation für die nachhaltige Etablierung des Themas XMLs in der Region Berlin/Brandenburg geschaffen worden" so Both.

Anschließend wurden bei dem interaktiven Workshop Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Perspektiven für zukünftige Aktivitäten entwickelt. Auf besonders großes Interesse stießen dabei die Präsentationen der bereits im Verein <xmlcity:berlin> e.V. vertretenen Firmen.

2. XML-Initiative startet mit 11 Arbeitsgruppen

Am 21. April nahmen mehr als 80 Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung der XML-Initiative statt, inzwischen haben sich 11 Arbeitsgruppen etabliert. Abgedeckt werden unter anderem so unterschiedliche Themen wie Publishing, Wohnungswirtschaft, Geo-Informationen, Sicherheit und Voice Services. Damit zeigt sich einmal mehr die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten von XML-Technologien.

Auf der Website http://www.xmlcityberlin.de finden sich in der Rubrik XML-Initiative nähere Informationen zu Inhalten und Zielen der einzelnen Arbeitsgruppen.

3. Ist IT unwichtig?

In der Mai-Ausgabe der Harvard Business Review ist ein Artikel von Nicholas G. Carr erschienen, der den provokativen Titel „IT Doesn’t Matter“ trägt und innerhalb kürzester Zeit lebhafte Diskussionen ausgelöst hat.

Da IT sich als reife und allgegenwärtige Infrastrukturtechnologie etabliert hat, so Carrs Kernthese, nimmt ihre strategische Bedeutung für einzelne Unternehmen ab. Vergleichbar sei diese Entwicklung mit dem Aufbau des Schienennetzes in der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Verbreitung der Elektrizität zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ist eine Infrastrukturtechnologie noch neu und nicht weit verbreitet, so können einzelne Firmen Wettbewerbsvorteile erzielen, wenn sie diese Technologie frühzeitig und innovativ einsetzen. Haben diese Technologien aber eine gewisse Reife erreicht, so sind sie allgemein und kostengünstig zugänglich, so dass ihre strategische Bedeutung auf Unternehmensebene verschwindet. Natürlich haben sie weiter erheblichen Einfluss auf der makroökonomischen Ebene, aber einzelnen Unternehmen können keine strategischen Wettbewerbsvorteile mehr aus ihre Nutzung ziehen.

Die Konsequenzen, die Carr aus seiner These zieht, sind drastisch:

  1. Firmen sollten ihre IT-Ausgaben senken
  2. Investitionen sollten aufgeschoben werden, bei der Einführung neuer Technologien sollte eine vorsichtige Wartehaltung eingenommen werden (Follow, don’t lead)
  3. Firmen sollten den Fokus auf die Identifizierung und Beseitigung von Schwachstellen ihrer IT-Infrastruktur legen, statt auf die Entwicklung neue Potenziale.

Carrs Argumentation stützt sich unter anderem darauf, dass IT beliebig replizierbar ist und dass daher Anwendungen nicht mehr selber entwickelt werden, sondern gekauft werden können. Dies mag für Programme wie e-Mail oder Textverarbeitung, die Carr als Beispiel zitiert, zutreffen. Aber Carr überträgt dies auch auf Geschäftsprozesse, von denen er behauptet, dass sie beim Kauf generischer Anwendungen von Firmen mitgekauft werden. Inwieweit diese Einschätzung gegenwärtig realistisch ist, scheint mehr als fraglich.

http://www.nicholasgcarr.com/articles/matter.html

4. BPEL setzt sich durch

Im Bereich Web-Services-Workflow gibt es eine Vielzahl konkurrierender Standardvorschläge. Gegenstand dieser Standards ist die Spezifikation einer Modellierungssprache, mit der „atomaren“ Web-Services-Operationen zu komplexen Web-Services kombiniert werden können. Die Terminologie hierfür reicht von Workflow über Prozessmodellierung zu Choreographie.

In den letzten Monaten hat der Standard mit dem schönen Namen BPEL4WS (Business Process Execution Language for Web Services) seine Führungsposition in diesem Bereich weiter ausgebaut. Ursprünglich von BEA, IBM und Microsoft entwickelt, haben sich an der im Mai 2003 veröffentlichten Version 1.1 auch SAP und Siebel beteiligt.

Darüber hinaus ist im April 2003 bei OASIS das Technical Committee „Web Services Business Process Execution Language“ gegründet worden, das BPEL4WS weiterentwickeln wird. Damit steht nun auch ein unabhängiges Standardisierungsgremium hinter dem Standard, der somit seinen Vorsprung von Konkurrenten wie BPML (Business Process Modelling Language von BPMI.org), WSCI (Web Services Choreography Interface von BEA, Intalio, SAP, SUN) und WSCL (Web Services Conversation Language von HP) deutlich ausbaut.

5. Studie über E-Business-Standards in Deutschland

Berlecon Research hat für das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit den Einsatz von E-Business-Standards in Deutschland untersucht. Neben einer qualitativen Analyse relevanter Standards wurde auch eine quantitative Befragung für Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten aus den Branchen Nahrungsmittelhandel, Nahrungsmittelindustrie, Maschinenbau sowie IT- und Elektronikindustrie durchgeführt.

Wie die Studie zeigt, werden in der Praxis vor allen Dingen EDI-Standards und einfache Text- und Tabellenformate eingesetzt. Es gibt aber auch eine ganze Reihe neuer, XML-basierter Standards, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Hierzu gehören in Deutschland etwa BMEcat für den Austausch von Katalogdaten oder openTRANS für die Abwicklung von Geschäftstransaktionen. Auf internationaler Ebene hat sich RosettaNet etabliert, insbesondere im Bereich IT- und Elektronikindustrie. Obgleich diese XML-basierten Standards bezüglich aktueller Nutzungszahlen noch weit hinter EDI-Standards und Text-/Tabellenformaten liegen, haben sie ein sehr hohes Zukunftspotenzial. Zwar werden Branchen und Firmen, die bereits über eine EDI-Infrastruktur verfügen, diese in den nächsten Jahren nicht auf XML-Formate umstellen. Aber bei Neuentwicklungen kommen verstärkt XML-basierte Standards zum Einsatz. Insbesondere im Bereich der Marktplätze und Internetplattformen dominiert XML inzwischen als Basisformat.

Die Studie steht auf den Webseiten von Berlecon Research (http://www.berlecon.de) zum kostenfreien Download zur Verfügung.

< contact xmlcity:berlin >

<xmlcity:berlin>
Kleiststr. 23-26
D-10787 Berlin

Ansprechpartner:
Rainer Thiem

fon: ++49 30 21 00 - 14 70
fax:  ++49 30 21 00 - 15 55

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